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Keine Grabsteine im Internet aufstellen

Dezember 2nd, 2008 · No Comments

Die Deutsche Friedhofgesellschaft warnt, dass man nicht jedem Anbieter im Internet vertrauen soll, welcher im Internet einen Grabsteinservice anbietet. Da gibt es ja den einen oder anderen.

Ich wusste garnicht, dass es eine Deutsche Friedhofgesellschaft gibt!? Aber OK ;)

Man soll den verstorbenen ja auch auf dem Friedhof gedenken – oder wo auch immer. Jedenfall sollte man im Internet aufpassen, denn das könnten ja üble Datenfänger sein. Auch mit den Daten von verstorbenen können noch schlimme Sachen angerichtet werden.

Leider klingt für mich die gesamte Pressemitteilung aber eher als Werbung für die eigene Seite verpackt mit ein bißchen Angstmache.

Ich finde zwar, dass Internet hat viele Interessante und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, aber ein Gedenkstein-Website gehört für mich weniger dazu. Ich finde man sollte auf eine andere Art trauen. Oft werden Menschen ja auch in diese Grabstein-Websiten eingetragen, welche garnichts mit dem Internet am Hut hatten.

Zwar ist es für Angehörige und ehemalige Bekannte dann leichter einen verstorbenen Menschen auszumachen, aber oft sind die Seiten garnicht auf ein Format wie dieses ausgerichtet. Ich würde zum Beispiel eine Datenbank sinnvoll finden, in der die Daten verstorbener gespeichert sind. Eine Art Open Source Ahnendatenbank. Somit ist eine Rekonstruktion des Stammbaums möglich. Diese Daten müssten vor Datenmißbrauch geschützt werden. Wie? Hmm – gute Frage. Durch Datenbeschränkung – z.B. Adresse nur auf Anfrage – mit Nachweis warum ich das wissen will oder so etwas.

Das alles ist natürlich ethisch zweifelhaft.

Für mich stellt sich die Frage, ob der Verstorbene solch einer Datensammlung über sein Leben zustimmt?

Was ist mit Menschen, welche nichts gutes im Leben gemacht haben? Gerade in der Deutschen Vergangenheit ist es schwer, einen Leben nachzuvollziehen. Soll eine nicht eindeutige Vergangenheit von einer Person bewertet bzw. beschrieben werden? Beispielweise wie in der wikipedia – da es aber keine Person der Öffentlichkeit war, wissen nur wenige über diese Person bescheid und “bewerten” ein Leben dann.

Och ich mach mir schon wieder zu viele Gedanken.

Das Prinzip ist also solala. Eine gute Umsetzung (als Ahnendatenbank, Verstorbenendatenbank etc.) ist mir aber bis jetzt nicht bekannt. Euch vielleicht?