Eben bei nerdcore gelesen.
Jeder hat die eine oder andere MP3 auf seinem Rechner. Dabei sind auch alte Musikstücke oder “one hit wonder”. Sozusagen Musik welche man vielleicht mal ein paar Wochen hört, aber dann nichtmehr braucht.
Jetzt gibt es eine Seite, auf der man gebrauchte MP3s verkaufen kann. Das Projekt ist zwar noch in der private Beta Phase, klingt aber so als soll es realisiert werden. Oder es wird ein riesen Werbegag der Musikindustrie
Gebrauchte MP3 verkaufen

(Bild via nerdcore)
Aber irgendwie finde ich die Idee genial. Ich weiß jetzt nicht, wie es ist der Rechtslage ist. Der Betreiber schreibt, dass er nach Verkauf die Daten von meinem Rechner löscht (natürlich gibt es auch Tricks diese trotzdem zu behalten z. b. Spiegelung des MP3 Ordner auf eine externe Festplatte). Also das Prinzip ist noch nicht ganz ausgereizt. Zudem ist es auch fraglich, ob eine MP3 einfach weiterverkauft werden darf. Obwohl für mich nichts dagegen sprechen würde – CDs können auch einfach weiterverkauft werden!?
Meine kleine Businessidea
Aber vielleicht könnte man das ganze anders angehen. Vielleicht könnte man die Idee so aufziehen, dass die Mp3s gekauft werden können dabei aber nur auf einem Webspace verfügbar sind. Nachdem ich die MP3 nichtmehr benötige, kann ich diese “weiterverkaufen”. Somit verfüge ich nicht “direkt” über die Mp3s und diese können auch leicht vom Betreiber nach verkauf gelöscht werden. Aber das ist eher eine Zukunftsidee. Wäre aber durch die Vernetzung per UMTS möglich, denn wo nutze ich MP3s? Im Auto, am PC oder auf dem Mp3 Player. Wenn ich ein gut ausgebautes UMTS Netz besitze, dann dürfte das auch kein Problem sein
Och jaja – jetzt weiß ich auch wieder warum ich Entrepreneurship studier…
7 responses so far ↓
1 Yannick // Dez 5, 2008 at 16:02
Ähm, sag mal du weisst aber schon wie das bei itunes und so funktioniert!? Also: Du kaufste eine MP3 und hast eine Lizenz für 5 Geräte, jedes Gerät musst du mit Passwort freischalten. Ansonsten lässt sich die Datei gar nicht starten.
Also ist es auch kein Problem ein Lied, welches noch 4 Lizensen hat weiter zu verkaufen. Verstehste?
2 Steffen // Dez 5, 2008 at 16:46
jep yannick ich kenn in den Grundzügen Itunes – verwende es aber nie, außer einer Testversion damals. Aber wie du schon so schön gesagt hast, bekommst du 5 Lizensen – zum Speichern für unterschiedliche Datenträger und bei Überschuss zum Verkauf
das andere ist der Erwerb und der Verkauf der MP3. Du könntest die MP3 50000 mal abspeichern und der andere könnte die MP3 auch 50000 mal abspeichern. Bei Verkauf müsstest du aber die MP3 löschen.
Und das ist bei Itunes bei der Lizensierung ja nicht der Fall.
Wie ich gesagt hab, ist das eher Zukunftmusik, denn es müsste auch noch die ein oder andere Technologie entwickelt werden um auf diesen Datenbestand zuzugreifen. Eine Technologie, welche dich eindeutig identifiziert und somit den Datenbestand absichert. So könnten Freunde, Bekannte oder Kunden (beim Verkauf) nicht auf diesen Datenbestand zugreifen.
3 Yannick // Dez 5, 2008 at 22:33
Napster To Go Flatrate und alles ist gut
4 Boris // Dez 7, 2008 at 00:24
Ich finde an der “Geschäftsidee” die Problematik des Verkaufens von digitalen Gütern eigentlich viel Spannender! Ein solches Geschäftsmodell ausschließlich über den durchgängig legalen Vertrieb gebrauchter digitaler Güter zu monetarisieren könnte wirklich schwer werden(transaktionskbasierte Monetarisierung und Werbung)! Einfacher ist da z.B. das Tauschen abzubilden. Es gibt ja schließlich die Privatkopie und wenn ich für ältere Lieder von mir neue Lieder von Freunden ertauschen kann, ist dies aus meiner Sicht sinnvoller, als seine “gebrauchten” Lieder zu verkaufen. Zudem wird ja der subjektiv empfundene Einkaufspreis hier durch deutlich gesenkt. Ein Beispiel hierfür wäre z.B. http://www.ciiju.de
5 Steffen // Dez 7, 2008 at 00:36
hi Boris –
setzt du die Idee ciiju um? Wie ich sehe wird ciiju von meiner alten FH und ein mir allzugut bekanntes Insitut unterstützt.
Ist die Idee als Projekt an der Uni entstanden? Weil ihr euren Sitz an der Uni habt?
6 Boris // Dez 8, 2008 at 09:13
Hallo Steffen,
Ja, ich helfe bei der Umsetzung ;-) Es ist aber eine normale Ausgründung nach einer Exist-Seed-Förderung, kein Uniprojekt. Wobei die Idee aus einem forschungspragmatischen Ansatz heraus entstanden ist. Es gab mal eine Doktorarbeit bei uns am Lehrstuhl, welche sich mit Raubkopien und Preisbereitschaften beschäftigt hatte. Das war aber damals nicht mehr up-to-date, aber lieferte einen ersten Ansatz.
Um kurz den Ansatz aus forschungspragmatischer Sicht auf den Punkt zu bringen:
Die Zahlungsbereitschaft der Konsumenten ist einfach zu niedgrig, weshalb der verzweifelte Versuch, durch DRM die angeblich verlorenen (sie waren nie Kunden, da sie nie bereit waren für ein “Luxusgut” 1€ zu zahlen!) wieder in den Markt zu holen. Wir waren von Beginn an der Meinung, das man einen Konsens für potenzielle Kunden und die Interessen der Musikindustrie finden musste. Wie kann dies also erreicht werden? Der Preis der Musiktitel muss soweit reduziert werden, das die potenziellen Konsumenten zu Käufern werden. Hier kommt das “Recht” auf Privatkopie ins Spiel.
Rechnen wir einmal durch: 1 Titel kaufen, max. 7 Tauschvorgänge (im Freundeskreis; persönliches Band!). Man kauft einen Tiel und erhält im Idealfall 8 titel. Dies hat zur Folge, das der subjektiv empfundene Preis eines Titels, welcher zuvor 1€ gekostet hatte, auf 12,5 Cent sinkt.
–>Marktvolumen für Musik wird vergrößert; Musikindustrie und Musikprosumenten partizipieren gleichermaßen und Ciiju hoffentlich auch ;-) Der Rest wird sich nun in der Praxis zeigen…
7 Vorstellung: Ciiju - MP3s online tauschen | niftz.com // Dez 17, 2008 at 12:55
[...] Tag hinaus. Naja – ist auch nicht schlimm Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Artikel “Gebrauchte MP3s verkaufen“. Unter dem Artikel hat auch Boris kommentiert. Es ging dabei um Ciiju. Eine Plattform auf [...]